TSB  Talstation Schafbergbahn
Mainimage

Anerkennung - Wettbewerb Talstation Schafbergbahn

Die Schafbergbahn ist gleichermaßen eine Attraktion im Kontext einer einzigartigen Landschaft, als auch historisches Erbe. Sie ist die steilste Bahnstrecke Österreichs und ihre nostalgischen Zahnrad-Dampflokomotiven zählen zu den ältesten der Welt.
Das Entwurfskonzept versucht diese Besonderheiten zu unterstreichen, indem es die Talstation in einen Ort der Kontemplation -  in die PLATTFORM SCHAFBERGBAHN  verwandelt.
Die Architektur der Plattform verhandelt sowohl den historisch – technischen, wie auch den landschaftsbezogenen Kontext, indem das abfallende Gelände aufklappt und eine neue Topographie ausbildet. Die dabei entstandene Plattform lässt ein neues Ensemble entstehen, das die historischen Remisen und die Lokomotiven integriert, rahmt und zur Schau stellt. Dieser topographisch differenzierte Schaubahnhof ermöglicht es die Besucherströme so zu leiten, dass der Besuch der Schafbergbahn zu einem umfangreichen, attraktiven Erlebnis wird.

Plattform
Schaubahnhof:
Die Plattform verbindet und integriert die Bau¬körper unterschiedlicher Nutzung und lässt ein Ensemble entstehen, das sich zeichenhaft abhebt und dennoch selbstverständlich in die Umgebung einfügt. Der Zuschnitt dieser Plattform integriert die Lokomotiven wie riesige Skulpturen, die als lebendige Hauptattraktionen von verschiedensten Standpunkten aus betrachtet werden können. Unter der Plattform verbindet die Ausstellungshalle den Ticketschalter mit den Bahnsteigen und den darüber liegenden Räumlichkeiten im östlichen Baukörper der Betriebsleitstelle und der Verwaltung sowie im südwestlichen Volumen das Restaurant. Die Plattform ist so konzipiert, dass sie den Besucher selbstlenkend durch die einzelnen Funktionen der Talstation leitet und diese trotzdem voneinander unabhängig, je nach Jahres- und Tageszeit, nutzbar sind.

Vorplatz:
Durch den großen trichterförmigen Einschnitt öffnet die Plattform den Vorplatz in Richtung Seeufer und Dampferanlegestelle zu dem besagten „Außenfoyer“, das sowohl das Ankommen und Abreisen, als auch das Verweilen zu jeder Jahreszeit begrüßt. Die Situation der Schiffanlegestelle wird dadurch verbessert und die Gemeinde St. Wolfgang erhält einen weiteren attraktiven öffentlichen Ort der auch im Winter seine Attraktivität behält. Um die Aufenthaltsqualität dieses Außenfoyers entlang der Straße zu erhöhen, wird der Vorplatz entsprechend großzügig angelegt, integriert Bäume und eine spiralförmige, skulpturale Treppenanlage, welche in Analogie zu den Lokomotiven zeichenhaft für die neue Plattform Schafbergbahn steht.  Die topografische Beschaffenheit der Plattform gewährleistet die Einsehbarkeit der Anlage und ihrer Objekte auch außerhalb der Betriebszeiten.

Baukörper:
Die Kubaturen, östlich für die Verwaltung und Betriebsleitstelle, sowie südwestlich für die öffentliche Gastronomie, erheben sich als zwei räumliche Volumen gemeinsam mit den Bestandsgebäuden aus der Plattform und werden als Teil der Topographie gelesen. Die Positionierung des Hauptbaukörpers unterhalb der Remisen entspricht den unterschiedlichen ankommenden Besucherströmen als auch der optimalen Ausrichtung zum See und Sonnenverlauf. Die Gastronomie erhält eine Panorama-Terrasse auf dem erhöhten Niveau und ermöglicht den gewünschten Ausblick über den Wolfgangsee. Durch die spiralförmige zeichenhafte Treppe und eine innenliegende barrierefreie Erschließung ist das Restaurant auch im Winter gut zu erreichen und eine wird zu einer attraktiven Adresse für den Ort. 

Organisation und Funktion:
Das in die Hanglage eingeschobene Erdgeschoss verbindet die öffentlichen Funktionen aus Shop, Eingangshalle, Ausstellungflächen und Abfahrt zu einem zusammenhängenden Volumen. Dabei wird die Halle und Ausstellung zu einem Bereich zusammengefasst, deren Nutzungen aber durch die zentrale Kassa unabhängig zu bespielen ist. Sanitäranlagen sind sowohl zwischen Ausstellung und Abfahrtsbereich sowie für Besucher vom Berg im Zentralen Gebäudekern unterhalb des Shops und im Obergeschoss des Restaurants untergebracht. Das Catering ist im abgewandten Gebäudeteil über eine eigene Anlieferung erreichbar. Zwei Aufzüge im Hauptvolumen bieten sowohl der Gastronomie als den ankommenden Besuchern ausreichende Flexibilität und kurze Wartezeiten. Die öffentlichen Funktionen sind durch die Trennung der Baukörper im Obergeschoss klar von den administrativen Bereichen des östlichen Verwaltungsvolumens abgegrenzt und bieten dem Betriebsstellenleiter einen optimalen Ausblick über die Gleisanlagen.

Die Reise des Besuchers [Customer Journey]
Nähern sich die Besucher der zukünftigen Talstation wird ihr Blick durch den Schaubahnhof Richtung Berg geleitet. Über Rampen zieht es den Besucher förmlich zu den Bahnsteigen um die Fahrt auf den Schafberg anzutreten. Kommt es zu längeren Wartezeiten bietet die in der Halle integrierte Ausstellung historische Einblicke auf die Schaulok und das bevorstehende Bahnerlebnis. Der große Vorplatz bietet ausreichend Platz zum Verweilen und Bestaunen der Dampflokomotiven. Auch jene Besucher, welche von den Parkplätzen kommen, wandern entlang der Plattform in Richtung Außenfoyer und haben die Möglichkeit alle Attraktionen gut zu überblicken. Die Abfahrenden Besucher verlassen die Bahnsteige anders als die Ankommenden, indem sie über die westliche Plattform durch die Gastronomie und den Shop zum Ausgang geleitet werden.

MATImage
MATImage
Projekttyp: 
Talstation
Projektzeitraum: 
07.2019 - 08.2019
Standort: 
St. Wolfgang
Österreich
Beauftragung: 
Wettbewerb (offen)
Auszeichnung: 
Anerkennung 6.Rang
Status: 
fertiggestellt
Architektur: 

Kathrin Aste, Frank Ludin, Daniel Luckeneder

Tobias Dorsch, Julian Fahrenkamp, Simon Paukner, Ufuk Sagir

Projektbild
Projektbild
Projektbild
Projektbild
Projektbild