Warum Forschung?

Wir verstehen Architektur als die Wissenschaft und Kunst der Gestaltung des Raums – erforscht durch den architektonischen Entwurf. Die Bedeutung des Raums beschreibt Immanuel Kant in der Kritik der reinen Vernunft, als eine transzendentale Bedingung der Erkennbarkeit der Dinge. Demzufolge ist der Raum grundlegend für die Wahrnehmung von Umwelt und damit primäres Medium der Architektur.

Architektur ist Forschung, wenn Vorstellungskraft Wissen schafft.

Um die Gestaltung des Raums zu erforschen, verfolgt die Architektur mittels ihres Prozesses keinen theoretischen, dafür aber einen entwurfsorientierten Ansatz. Man könnte das Entwerfen auch als eine kreative 'Kulturtechnik' zur Generierung von Wissen beschreiben, als Methode zur Formulierung und Bewältigung komplexer Fragestellungen, die nicht zuletzt auch raumwirksam werden. Anders als bei wissenschaftlich-analytischen Ansätzen, verwendet der Entwurfsprozess Daten und Parameter nicht, um endgültige Lösungen zu definieren, sondern entwickelt mögliche Antworten auf Basis von Erfahrung, Reflexion und Kreativität. Somit entspricht das Entwerfen keinem linearen Prozess sondern einem Entwickeln durch Erkennen und Entdecken.

„WissenschaftlerInnen lösen Probleme, die durch Analyse zu einer These führen, während ArchitektInnen Probleme lösen indem sie eine Synthese formulieren.“ Donald Adam Schön

Es ist wichtig diesen Prozess als fortschreitenden und angewandten zu verstehen, der seine Relevanz gerade erst durch die Realisierung in der Praxis bestätigt. Gebaute Architekturen sind die Übersetzungen des Entwurfsprozesses in die Realität. Erst durch die Realisierung ist die Architektur als Wissenschaft wirklichkeitskonstituierend, indem sie die Inhalte herstellt von denen sie erzählt.

Forschung ist für uns eine der Grundlagen für die kontinuierliche Weiterentwicklung unsere eigenen Arbeit und unseres Beitrags zur Architektur.

beschäftigt sich mit dem Schaffen und Verändern von Kontext für vorhandene zu fokussierende Objekte. new enviroments transformiert die Wahrnehmung bestehender Objekte. Die Veränderung des Kontextes verändert die Objekte, läßt Raum für neue Interpretation.

Dabei ist es nicht Ziel eine möglichst neutrale Fläche oder die optimale weiße Zelle zu schaffen. Der Begriff Kontext ist mit dem Begriff Bedeutung untrennbar verbunden. Bedeutungsstrukturen können nur mittels Kontext verstanden werden. new enviroments stellen kritische Fragen und beziehen Position. new enviroments fördert die Bindung vorhandener Objekte, stiftet Zusammenhang und damit spezifischen Sinn.

ist Architektur zwischen Natur und Konstruktion, und steht für Konzepte basierend auf statischen, zyklischen Parametern der Landschaft. Unser Interesse gilt in erster Linie der  Interpretation und Intensivierung des Kontextes und versteht Architektur als künstliche Landschaft im erweiterten Sinne. Es geht dabei um das Bauen im Kontext von Naturphänomenen.
Die Architektur steht im Wandel der Zeit und ihres Kontextes und verändert sich mit ihm. Es ist eine Architektur die weniger den Raum definiert, als die Zeit.
In Analogie zu Schutzbauten wie Schutzwälle, Lawinenverbauungen, Hangsicherungen wird das Relief der Landschaft überlagert mit dem Relief der Konstruktion, es entsteht eine fließende Systematik.
active landscape steht im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Natürliche Systeme passen sich an Umweltveränderungen an, für unsere Bauwerke wird es ebenso notwendig sein in Wechselwirkung mit der spezifischen Umgebung zu stehen, darauf zu reagieren und ihr ökologisches Potenzial zu nützen.

ist Performance und Konstruktion gleichermaßen. Konstruieren ist auch immer geometrische Auseinandersetzung mit den performativen Anforderungen einer Entwurfsaufgabe. Besonders bei Sprungschanzen und Bobbahnen sind Konstruktion und Struktur unmittelbar von normierten Leitlinien, welche die Kernfunktion definieren abhängig. Unknown ObjectDiese Vektoren, Erzeugenden werden geometrisch erweitert und formen so die Struktur der Architektur. Die Formgebung entsteht im Prozess des Konstruierens mit dynamischen Lastfällen und der Entscheidung für das entsprechende Material. Diese Konstruktionen sind architektonische Strukturen anpassungsfähig, wandelbar, manipulierbar. Die Gestalt der Architektur ist eine Zustandsform unterschiedlicher Konzentrationen von Geschwindigkeit, Beschleunigung und Bewegung.

Eine neue Form der Beziehung zwischen Natur, Gesellschaft und Wirtschaft wird zukünftig ein entscheidender Faktor unseres Lebens- und Wirtschaftsraum sein. Der alpine Raum fordert uns immer mehr auf, diese Beziehungsebene zu verstärken insbesondere wenn es um alpine Infrastrukturen geht.

Die Forschungsgemeinschaft von alpS, LAAC und Industriepartnern nimmt sich dieser Aufgabe an und hat sich zum Ziel gesetzt, den ökologischen und auch ökonomischen Wert der Naturlandschaft für den Lebens- und Wirtschaftsraum von alpinen Regionen zu bewahren.

Ziel dieser angewandten Forschung ist die Entwicklung geeigneter Funktionskombinationen, die Entwicklung von Nutzungskonzepten zur Anordnung im alpinen Raum. Die Entwicklung eines nachhaltigen Umweltdesign wird entscheidend zum Erreichen dieses Zieles beitragen. Im Vordergrund gilt es die vielschichtigen Aspekte der Landschaft sensibel, ästhetisch und ethisch zu behandeln.